Auftakt

Wir sind jetzt in Kapstadt!

Gerade noch tanzten wir zu alten Heulern in der Stube und feierten unseren Abschied. Es war wunderbar mit euch, liebe Freunde! Wir haben viele tolle Briefe und Geschenke bekommen und freuten uns sehr, all unsere lieben Leute verabschieden zu können. Es wurde gelacht und getanzt und wir haben uns so oft geherzt, dass es mit den Umarmungen bestimmt für die nächsten paar Monate reicht.

Abschied

Vor ein paar Wochen haben wir zudem noch ein kleines Apéro gemacht, wo wir vor der Verschiffung stolz unser Auto präsentiert haben.

Apero

Zuletzt sind wir auch noch zünftig an der Liestaler Fasnacht abgestürzt und haben die ganze Verabschiederei mit einem Familienbrunch abgerundet. Bei diesen vielen Aktivitäten blieb kaum Zeit zum Packen, weshalb zumindest der weibliche Teil von Team Africa noch ziemlich ins Schwitzen kam. Schliesslich hat die Reise aber wunderbar geklappt. In der Mitte des Fluges gab es jedoch heftige Turbulenzen, was sogar so weit führte, dass Dominik das Essen verweigerte (!) und statt meiner Hand eine Papiertüte heftig umkrallte.

Ein gutgelaunter Zöllner hiess uns am nächsten Morgen in Kapstadt willkommen. Nachdem er erst mit mir flirtete und dann Dominik ein paar gutgemeinte Tipps für den Umgang mit Frauen gab, wünschte er uns einen wunderbaren Honeymoon. Welcome to Africa!

Die ersten paar Tage verbrachten wir mit dem üblichen Sightseeing. Wir waren auf Robben Island, der Insel, wo Mandela jahrelang als politischer Oppositioneller gefangen gehalten wurde. Dies war sehr eindrücklich, da ein ehemaliger Häftling die Besucher durch das Gefängnis führte.

Die Natur um Kapstadt herum ist wunderschön und der Trip auf den Tafelberg ein einmaliges Erlebnis. Ansonsten kann man hier sehr gut essen, flanieren und einkaufen. Letzteres interessiert ja zu Beginn einer Reise für gewöhnlich eher wenig. Dennoch haben wir uns – wie alle anderen Touristen – dazu hinreissen lassen, uns lustige Hüte zu kaufen. Im Gegensatz zu den anderen Pauschaltouristen brauchen wir diese Hüte jedoch auf jeden Fall, wenn wir uns erst in die brütende Hitze der Namib-Wüste begeben.

In Kapstadt gibt es viel Glanz und Gloria, prächtige Strandvillen, braungebrannte Surferbabes, Segelschuhe und gebleachte Zähne. Die Strandpromenade lässt sich gut hinter Venice Beach und Côte d`Azur einreihen. Aus diesem Grund haben wir diese Gegend eher gemieden. In Anbetracht der Townships rund ums Zentrum herum, wirkt dies halt schon sehr dekadent. In den Vororten von Kapstadt gibt es aber auch Gegenden wie Observatory und Woodstock, wo Abbruchcharme und Vintage zusammentreffen und wir uns eher wohlfühlen.

Auch hier verkehrt ein Grossteil der  Bevölkerung mit den öffentlichen Minibussen. Der andere Teil der Bevölkerung (die Weissen) nennt dieses Fortbewegungsmittel liebevoll Kamikaze Taxi. Der Fakt, dass die Minibusfahrer unsterblich sind, erklärt, weshalb sie so schnell und wild fahren, als ob es kein Morgen gäbe. Dies hat uns natürlich trotzdem nicht davon abgehalten, hauptsächlich mit diesen Bussen zu fahren. Es kostet die Passagiere ein Bruchteil einer Taxifahrt, die Busse fahren ständig und zudem kann man auf einer bestimmten Route zu- und aussteigen wo immer man möchte. Ein Klopfen ans Dach oder ein Ruf in Richtung Driver genügt. Diese Minibusse gibt es in ganz Afrika und auch sonst an vielen Orten der Welt. Der Unterschied zum Busfahren in Uganda beispielsweise ist aber eindeutig der Flatscreen, der hier in manchen  Minibussen hängt und die Passagiere mit den neusten nigerianischen Musicvideos unterhält.

Ansonsten gewöhnen wir uns schon mal daran, dass in Afrika vieles ein wenig länger dauert und die Leute ein bisschen gemächlicher unterwegs sind. Für mich ist das kein Problem – ich schlendere gerne und laufe von Natur aus nicht unbedingt schneller als eine Afrikanerin mit einem Korb auf dem Kopf. Dominik jedoch, der immer zielstrebig von A nach B läuft und auch aufgrund seiner Grösse immer eine Beinlänge voraus ist, klimatisiert sich noch an. Da wir bereits viele Sehenswürdigkeiten von Kapstadt abgeklappert haben und jetzt auf das Auto warten, üben wir uns im entspannten Nichtstun. Mach nichts, deswegen sind wir ja hergekommen. Wir haben mittlerweile Bescheid bekommen, dass unser Container im Hafen angekommen ist. Leider können wir unser Gefährt noch nicht abholen, weil die Zollbeamten das Auto erst inspizieren wollen. Dies ist ungewöhnlich und kommt etwa all Schaltjahr einmal vor. Da wir keine illegale Substanzen mitführen, machen wir uns jedoch keine Sorgen, sondern freuen uns darüber, dass der Container überhaupt pünktlich (!) angekommen ist. Nun warten wir auf einen Anruf der netten Lady der hiesigen Speditionsfirma, mit der Dominik schon zigmal telefoniert hat und die uns versprochen hat, uns über den weiteren Verlauf zu informieren.


5 Gedanken zu „Auftakt“

  1. Hey, ich wünsche Euch beiden weiterhin einen guten Start und freue mich in den nächsten Wochen immer wieder von Euch zu lesen und tolle Bilder anschauen zu können. Gruss aus Wittnau.

  2. Guten Start!
    Was für eine Freude, unser „altes“ Reisegefährt so schmuck, neu geliftet und geschminkt wieder on-the-road zu wissen… wir verfolgen eure Reise mit riesigem Interesse und hoffen dass das Reiseprotokoll eine ewige Null im Panneneintrag aufweist..!!
    Gruss aus Winterthur

  3. Wow, dr Baumi het das organisiert und dr Container isch sogar in dr richtigä Stadt acho.
    Aber wenn dr Baumi öppis verschickt, denn würdi das au sehr gnau aluege.

    Gniesset die Zyt, bi gspannt uf euche neggschtä Bricht!

    Grüssli

    Stohly

    1. Uhu zäme, ha Fröid für öich, dass alles bis jitze so guet gloffe isch, u i wünsche em Domimik viel Geruehsamkeit bim Aklimatisiere a ds doch so wohltuende Afrikanische Tempo!
      Merci für die schampar interessante Brichte u i fröie mi uf nöe Bscheid.
      Glg Verena

Schreibe einen Kommentar zu Stohly Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.