Dubai. Von allem zu viel.

Um noch einen letzten kurzen Einblick in eine ganz andere Welt zu bekommen, machten wir auf der Heimreise einen viertägigen Stopover in Dubai. Noch mehr als wir haben unsere Kleider unter den alltäglichen Reisestrapazen gelitten und so wollten wir im Shoppingparadies Dubai unsere Garderobe erneuern.
Wie kleine Kinder staunten wir bei der Ankunft über den erstklassigen Flughafenbetrieb und die nette Begrüssung der schicken Männern in eleganten, blütenweissen Gewänder. Kaum raus aus dem klimatisierten Flughafengebäude blieben uns jedoch die lobenden Worte im Hals stecken, als wir das staubtrockene, heisse Klima zu spüren bekamen. Von einem geschniegelten Herrn im Anzug in einem noch edIeren Auto wurden wir ins Hotel kutschiert. Dort steckten sie uns erstmals in ein Zimmer mit separaten Betten und erst am nächsten Tag konnten wir mit viel Einsatz erreichen, dass wir in unser gebuchtes Doppelzimmer umgesiedelt wurden. Nun, wir hatten im Vorfeld schon mal gelesen, dass in den Vereinigten Emiraten die Meinung vorherrscht, unverheiratete Paare hätten im selben Bett nichts zu suchen. Vielleicht hätten wir uns also doch noch unter der blutroten Sonne Afrikas vermählen sollen…  😉

Die meiste Zeit verbrachten wir in verschiedenen Shopping Malls. Nach der – zumindest kulinarisch gesehen – entbehrungsreichen Zeit in Afrika stürzten wir uns auf die verschiedenen Lokale und besuchten jede Fastfood-Kette mindestens einmal. Wir hatten eine gute Zeit, wenn wir so an einem Tischchen sassen, assen und die Leute um uns herum beobachteten. Besonders irritiert haben uns die traditionell in weiss gekleideten Männer (Scheiche ?), die ihre komplett verhüllten, in schwarz gekleideten Frauen, hinter sich herzogen. Was auch auffällig war: Die hohen Hacken, die unter den langen Kleidern hervorblitzten.
Der skurilste Fund, den wir in einem Laden machten, war ein „Burkini“. Ein Ganzkörper-Badeanzug für die muslimische Frau von heute. Wieder einmal mehr lernten wir zu schätzen, welche Freiheiten wir doch in der Schweiz haben.

Das Übelste an Dubai waren die Klimaanlagen, die immer einen Tick zu kalt eingestellt waren. Während es auf der Strasse brütend heiss war, herrschte in Gebäuden und der Metro beinahe Eiszeit. Wir waren in einem konstanten Dilemma: Wüste oder Kühlschrank?  Als erstes gönnte ich mir im Shoppingcenter eine Wolljacke und einen Schal. Leider schafften wir es trotzdem alle beide, uns während des kurzen Aufenthaltes in Dubai zu erkälten.

Der vielbeschworene und weltberühmte Tower Burj Khalilfa, das höchste Gebäude der Welt, war beeindruckend anzuschauen. Von der Besucherplattform aus konnten wir jedoch nicht viel mehr als Autos und Wolkenkratzer en masse sehen. Da hat uns das riesige Aquarium in der Dubai Mall bei weitem mehr beeindruckt. Darin schwammen sogar mehrere Haie! Und wenn wir uns nicht gerade darüber entzürnten, welchen Schwachsinn so ein Aquarium doch eigentlich ist, standen wir mit offenen Mündern davor und glotzten die Fische an.

Erwähnenswert war auch die Skihalle in einer weiteren Shopping Mall. Das war dann aber wirklich zu viel des Guten. Dort kann man Schneekleidung mieten und dann auf künstlichem Schnee Wintersport betreiben. Es gibt dort sogar eine Engadiner Kaffestube. Und das alles in einem der heissesten Staaten der Welt.

Uns fiel nach kurzer Zeit auf, dass im Dienstleistungsgewerbe eigentlich nur Gastarbeiter (zumeist aus Indien, Pakistan, Bangladesch und dem Iran) arbeiten. Die Gastarbeiter stellen einen Grossteil der Bevölkerung. Und in Anbetracht der vielen Baustellen in Dubai wird klar, wie viele Arbeitskräfte auch dort wohl gebraucht werden um den x-ten Tower, bzw. die x-te Mega-Mall zu bauen. Und mehr als einmal mussten wir leider zusehen, wie die Angestellten von Businessmännern zum Teil wie Abschaum behandelt wurden…

Alles in allem waren wir schockiert über den totalen Überfluss, den wir in Dubai ständig zu sehen bekamen. Zu viele Autos, zu viele Menschen, zu viele Boutiquen. Grössenwahnsinnige Bauprojekte. Der helle Wahnsinn, was die unzähligen Baustellenarbeiter alles aus dem Sand stampfen! Und was besonders auffällt: die totale Energieverschwendung par excellence. Was das Klimatisieren der Räume alleine für Energie verbrauchen mag! Und dann die teuren Autos, die überall unterwegs sind! Was wohl passieren wird, wenn Dubai eines Tages das Öl ausgehen wird? Wirklich eine Welt für sich…

Es war wichtig, das mal zu sehen. Aber vier Tage reichen dann auch.

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