Uganda – eine Community hilft sich selbst

Achtung. Wir lassen diesen Bericht bewusst als Augenöffner und Abschreckung stehen. Zum Schutze der Informanten haben wir alle Namen geändert. Wer diesen Bericht gelesen hat, soll zwingend auch den Bericht „Uganda revisited“ lesen.

Ich habe gerade heiss geduscht und schlendere zufrieden zurück zu unserem Campingplatz. Wie ich sehen kann, wurde Dominik in meiner 10 minütigen Abwesenheit in ein Gespräch verwickelt. Er hört geduldig zu, während ein junger Ugander ununterbrochen auf ihn einspricht. Ich frage mich, ob er uns nur eine Kanu-Tour andrehen will oder gleich ein ganzes Entwicklungshilfeprojekt, welches wir finanziell unterstützen sollen. Seit unserer Ankunft wurden wir unentwegt angesprochen, mit der Bitte, eines der unzähligen Community Projekte zu unterstützen, für welche die kleinen Souvenirshops am Strassenrand Werbung machen. Die Einkünfte sollen Waisenkindern zugutekommen, wie wir den Schildern entnehmen können. Wir sind noch ein wenig skeptisch und fragen uns, ob diese Schilder mehr einem Marketingzweck dienen sollen, oder ob es hier tatsächlich so viele Waisenhäuser gibt?

Wir befinden uns am tiefsten See Ugandas, dem Bunyonyi-See, im Südwesten des ostafrikanischen Landes. Neben der malerischen Landschaft mit den vielen hügeligen Inseln in der Mitte des Sees, besticht der Ort vor allem durch seine strategisch wichtige Lage. Das kleine Dorf B. am Ufer des Bunyonyi-Sees wurde zu einem Touristenort, seit die Reiseveranstalter herausgefunden haben, dass es sich hier nach einem anstrengenden Gorillatrekking im nahe gelegenen Bergregenwald hervorragend ausspannen lässt. Ein Resort reiht sich an den nächsten. Die meisten Gäste (wir inbegriffen) haben gerade mehr als 600 Dollar liegengelassen, um eine Stunde mit den sagenumwobenen Berggorillas im Nebel zu verbringen. Natürlich tragen sie damit zur Erhaltung des Lebensraumes und zum Schutz der Tiere bei; Conservation fees und so. Zumindest wird einem das vom Tourismusministerium weiss gemacht. Ob da noch Geld übrig bleibt, um es für einen guten Zweck zu spenden?

B., so heisst der Junge mit dem Hilfsprojekt, bleibt hartnäckig. Er hat ein unwiderstehliches Lachen und trägt ein knalliges oranges Hemd. Wir versprechen, dass wir am nächsten Tag bei ihm vorbeischauen. Er arbeitet in einem Hilfsprojekt für Waisenkinder.
So machen wir uns am nächsten Morgen auf zu einem Besuch bei B. Das Waisenhaus ist nur durch eine staubige Naturstrasse und einen grossen metallischen Zaun von unserer Lodge getrennt. Erst müssen wir einen Angestellten bitten, das Tor mit drei verschiedenen integrierten Schlössern für uns aufzusperren. Wir verlassen den Resortbereich. Schon von weitem hören wir ein Gewirr von Kinderstimmen. Hinter einer aus Papyrus angefertigten Umzäunung können wir die ersten Kinder erkennen. Als sie uns sehen, fangen sie an zu kreischen: „Mzungu, mzungu!“. Kaum sind wir drin, hat jeder von uns schon mehr als drei Kinder an einer Hand und die Hosen voller Flecken. Dann beginnen sie für uns zur Begrüssung zu singen und zu tanzen. Ein älteres Mädchen schlägt im Takt die Trommel. Manche Kinder sind so klein, dass sie in der Schweiz noch im Kinderwagen herum gefahren würden. Hier stehen sie auf ihren eigenen Beinen, wippen rhytmisch mit den Hüften und klatschen im Takt. Es ist ein schönes Bild, lauter kleine Zwerge, die afrikanischen Lieder, das Lachen.
I., ein kleiner Junge, beide Eltern verstorben, nicht älter als zwei Jahre, fasst meine Hand und lässt sie fortan nicht mehr los. Die Kinder geniessen das Singen und Tanzen und die Aufmerksamkeit der zwei Muzungus. Sie sind noch zu klein um zu verstehen, weshalb sie hier sind.
B. stellt uns seinen Geschwistern und seiner Cousine vor. Sie alle sind hier bei ihrer Tante aufgewachsen und helfen tatkräftig mit. Als die Eltern an Aids verstarben, war der Älteste gerade dreieinhalb Jahre alt und der Jüngste noch nicht mal jährig. Die Liebe, die sie als Waisenkinder von ihrer Tante erhalten haben, wollen sie weitergeben. Dann lernen wir sie kennen, P., die Tante von B. und seinen Geschwistern. Im afrikanischen Verhältnis gilt sie mit ihren 53 Jahren bereits als alte Frau. Sie führt das Waisenhaus seit ihr Mann vor drei Jahren an Krebs verstarb. Die Jungs führen uns durch das Projekt, zeigen uns die Schulzimmer und das bescheidene Haus, in welchem P., ihre Nichten und Neffen, sowie 17 Waisenkinder leben. Die Kinder schlafen zu viert auf einer durchgelegenen Matratze, so viel können wir erkennen, obwohl es in dem Zimmer ohne Fenster sowohl nachts- als auch tagsüber ziemlich finster ist. Gekocht wird draussen über dem offenen Feuer. Seit die Ernte in dieser Saison wegen der Hitze schlecht ausgefallen ist, wird hier nur noch eine Mahlzeit pro Tag zubereitet. Das zusammengeschusterte Dach über der Kochstelle sieht einsturzgefährdet aus. Daneben ein kleines Gehege, wo P. sich ein paar Hühner hält. Die Eier verkauft sie auf dem Markt. Wegen der schlechten Ernte braucht P. mehr Geld als üblich, da sie nun zusätzliches Essen kaufen muss. Ihre Felder haben nicht genug hergegeben; nur die Hälfte der angepflanzten Sorghumpflanzen haben die sengende Sonne überlebt.
Die Jungs haben gerade Schulferien, die sie üblicherweise bei P. im Waisenhaus verbringen. Wenn P. genügend Geld zusammenbringt, können die drei im nächsten Semester weiter studieren. Sie erzählen uns von der Gründung des Projektes und den Problemen, die sich ergeben haben, seit P.’s Mann verstorben ist. Mit seinem Tod ist auch das Einkommen versiegt. Innocent umklammert mein Bein, während ein anderes Mädchen auf Rukiga, der lokalen Sprache, mit mir spricht. Leider verstehe ich sie nicht.
Wir sind beeindruckt, dass wir hier in diesem kleinen Dorf auf eine mittellose Frau treffen, die voller Zuversicht und Gottvertrauen ein Projekt am Leben erhält, weil sie ein grosses Herz hat. Sie kann knapp die Schulgebühren für ihre eigenen Neffen bezahlen und bietet nebenbei den 17 Waisenkindern einen sicheren Ort um aufzuwachsen. Weitere 63 Waisenkinder aus der Umgebung erhalten hier die Möglichkeit gratis zur Schule zu gehen. Die meisten kommen aus Dörfern auf der anderen Seeseite, wo sie bei ihren verbliebenen Verwandten leben.
Wir sind beeindruckt von den drei Jungs, alle zwischen 19 und 23, die sich nichts mehr wünschen, als das weitere Bestehen des Waisenhaus zu sichern, weil sie die Kinder so sehr lieben, und ihnen eine behütete Kindheit ermöglichen wollen, so wie P. es ihnen damals ermöglicht hat. Wir versprechen am nächsten Tag wieder zu kommen. Vielleicht können wir die Familie ja in ihrem Bestreben unterstützen. Es ist offensichtlich, dass das Waisenhaus Unterstützung dringend nötig hätte.
Als wir in unseren geschützten Hafen zurückkehren, werden wir erneut von einem Mann angesprochen. Er drückt uns einen schicken Flyer in die Hand, denn er macht Werbung für ein Projekt, welches nach einem englischen Volunteer benannt ist. Schon diese Tatsache stimmt uns skeptisch. Stolz stellt er sich als Kopf des Projektes vor und bittet uns, etwas dafür zu spenden. Das Projekt befände sich gleich gegenüber unserer Lodge. Wir könnten ohne Problem die besagte Europäerin kontaktieren, sie würde uns die Echtheit des Projektes bestätigen. Wir sind irritiert und erklären, dass wir heute dort waren, wo uns eine ganz andere Geschichte erzählt wurde. Der Mann bleibt bei seiner Version der Geschichte und meint, wenn wir etwas spenden wollen, sollen wir das ruhig machen, auf seine Adresse, versteht sich. Wir checken seinen Facebook Account und können entnehmen, dass bereits über 3000 Dollar an das Waisenhaus gespendet wurden. Ebenso sollen mit dem Geld ein paar Ziegen gekauft worden sein. Daneben soll die ugandische Kirche ein paar Matratzen, sowie Bücher und Stifte gespendet haben. Das passt nicht mit den Erzählungen von Bannet und seinen Brüdern überein. Wir sind verärgert und glauben, dass es sich hier wohl um eine Täuschung handeln muss.
Am folgenden Tag empfangen uns die Kinder wieder mit lautem Gekreische, sie haben schon auf uns gewartet. Wir sind misstrauisch und konfrontieren die Jungs mit den Aussagen des Mannes am Vorabend. Sie sind betroffen und meinen, dieser Mann sei P.’s Sohn, doch würde der seiner Mutter nicht helfen, im Gegenteil. Wir arrangieren ein Gespräch, alle zusammen, P., die Jungs und der Mann, der sich als P. ’s Sohn entpuppt hat. Wir konfrontieren den Mann mit Fragen; Wo ist das gespendete Geld geblieben? Er meint, dass das Geld Ende Jahr kommen würde, diese britische Frau würde es persönlich bringen. Doch das schlucken wir nicht. „Was ist mit den Ziegen, die vom gespendeten Geld gekauft wurden“, fragen wir. Ohne mit der Wimper zu zucken, zeigt der Mann auf einen kleinen Stall. Er sagt, er habe diesen Mai zehn Ziegen für das Projekt gekauft. Die Jungs übersetzen seine Worte für P. ins Rukiga. Sie sitzt da, ungläubig und schüttelt wie wild den Kopf. Keine Ziegen habe sie bekommen! Die Ziegen habe ihr Mann vor Jahren schon  gekauft. Das stimme nicht! Sie habe nie von ihrem Sohn irgendwelche Unterstützung für das Projekt bekommen! Auch keine finanzielle… Zudem wünscht sich P., dass das Projekt nach ihr benannt werden soll, also nach der Person, welche die ganze Zeit und Arbeit in das Projekt investiert hat. Und nicht nach irgendeiner Mzungu, die vor ein paar Jahren mal hier war, Hilfe versprochen hat, aber bisher nicht sehr viel getan hat. Der Mann schaut seiner Mutter nicht in die Augen und ignoriert ihre Aussagen. Er schämt sich nicht vor seiner eigenen Mutter Lügen aufzutischen. Er erklärt uns, dass P. nicht zurechnungsfähig sei, sie sei schon sehr alt. Und die Jungs, die seien noch zu jung um etwas zu verstehen. Wir widersprechen, weil wir dem Mann kein Wort glauben. Wir konfrontieren ihn mit den Ungereimtheiten. Als ihm nichts mehr einfällt, sagt er: „In Ordnung, ich sage euch jetzt etwas. Diese Jungs sind nur hinter eurem Geld her“. Die Brüder stehen eingeschüchtert in einer Reihe und schauen betreten zu Boden. Wir lachen, weil diese Aussage so lächerlich ist, gerade aus dem Mund eines Mannes, der seine eigene Mutter linkt. Der das Geld, welches für Waisenkinder bestimmt ist, in seine eigene Tasche steckt. Der das Erbe seines Vaters mit Füssen tritt. Dem Geld wichtiger ist als seine eigene Familie. Wir gehen und sind mehr entschlossen denn je, dieser Frau zu helfen.
Die folgenden Tage bleiben wir in B. und besuchen das Waisenhaus täglich. Wir besprechen mit P. und den Jungs welche Schritte als nächstes folgen sollen. Wir erstellen mit den Brüdern als erstes eine Website und schneiden einen kleinen Film über das Projekt. Mit den ersten Spenden fahren wir nach Kabale und besorgen ein paar Säcke Posho. Posho ist Maismehl, welches die lokalen Leute zu Maisbrei verarbeiten. 50 kg Maismehl kosten 60’000 ugandische Schillinge, das sind ca. 22 Franken und davon können die Kinder im Projekt ungefähr einen Monat lang essen. Wir besorgen auch Bohnen, weitere Nahrungsmittel und Entwurmungstabletten. Einige Kinder haben Würmer und wenn kein Geld übrig ist, gibt es keine Medizin. Eine Entwurmungskur kostet 30 Rappen. Wir kaufen davon gleich eine grosse Packung.

Wir möchten sehen wie die Kinder leben, die nicht in P. ’s Waisenhaus unterkommen können, jedoch hier zur Schule gehen. Am Sonntag setzten wir uns ins Kanu und paddeln mit den drei Brüdern ans andere Seeufer, wo der grösste Teil der Kinder lebt. An diesem Tag besuchen wir knapp 20 Familien und lernen die verbliebenen Angehörigen der Kinder kennen. Besonders häufig handelt es sich um alleinstehende Frauen; Männer im mittleren Alter treffen wir nur wenige an. Die meisten Kinder haben ein oder beide Elternteile verloren, die Todesursache: Aids. Einige Kinder sind auch selbst HIV positiv. Antiretrovirale Medikamente werden in Kliniken gratis an die Infizierten abgegeben. Damit hat es sich aber auch schon, was die Unterstützung durch die Regierung betrifft. Für die Milderung der indirekten Auswirkungen des Virus, z.B. dass unzählige Kinder plötzlich Vollwaisen sind und das eine Generation beinahe ausgelöscht ist, scheint sich der Staat nicht verantwortlich zu fühlen. In der Umgebung von B. hat es sieben Waisenhäuser, welche alle mehrheitlich durch lokale Initiativen entstanden sind. Das sind lokale Leute, die entschieden haben, mit ihren bescheidenen Mittel etwas zur Unterstützung ihrer Mitmenschen beizutragen. World Vision oder Unicef sucht man hier vergebens. Während sich die Entwicklungshelfer an anderen Orten beinahe auf die Füsse treten, scheint sich niemand für die lokale Bevölkerung in und um B. zu interessieren.
In Uganda gibt es mehr als zwei Millionen Kinder, die ein oder beide Elternteile wegen AIDS verloren haben.Uganda galt in den 90er Jahren als eines der am stärksten betroffenen Länder von AIDS. Der Staat reagierte und lancierte grosse Programme zur Bekämpfung der Verbreitung von HIV. In der Folge gingen die Ansteckungszahlen zurück. Mittlerweile haben viele Leute Zugang zu Medikamenten und leben länger. Leider hat dies aber offenbar auch dazu geführt, dass AIDS zum Teil nicht mehr als tödliche Krankheit betrachtet wird, wie Studien zeigen. Manche Einheimische glauben, dass die Immunschwächekrankheit mittlerweile heilbar ist und sind daher unvorsichtiger geworden. Was auch nicht zur Aufklärung über die Krankheit beiträgt ist die Tatsache, dass die Regierung die männliche Beschneidung als Milderung des Ansteckungsrisikos propagiert. Viele junge Männer lassen sich also beschneiden und vergnügen sich dann weiterhin ohne Verhütung, weil sie diese Massnahme falsch interpretieren und glauben, dass sie nun gegen HIV geschützt seien. Statt also einfach zu versuchen, den Gebrauch von Kondomen als Musterlösung zu verbreiten, setzt man lieber auf Beschneidung. Dann gibt es natürlich noch die Kirchenvertreter, die, wie wir wissen, in Afrika eine grosse Macht haben. Während die einen „nur“ gegen den Gebrauch von Kondomen wettern und sich für das Ende der sexuellen Promiskuität einsetzen, sind einige amerikanische evangelische Pastoren in Uganda sogar politisch aktiv und halten Workshops ab, in denen sie unter anderem Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzen. Die Hetze gegen Homosexuelle trägt sicherlich nicht zur Lösung des Problems bei.  Unter der Bevölkerung wird Angst verbreitet: Homosexualität zerstört die Einheit der so wichtigen traditionellen, afrikanischen Familie. Kein Wunder also richten sich die Aggressionen vermehrt gegen Homosexuelle. Vor kurzem hat das Parlament ein Gesetzt verabschiedet, welches die lebenslange Strafe für Homosexuelle vorsieht. Aufgrund von massivem internationalem Protest und der Drohung eines Rückzugs ausländischer Entwicklungsgelder wurde die angestrebte Todesstrafe (!) zugunsten der lebenslangen Strafe fallengelassen.
Die Kriminalisierung von Homosexuellen in Uganda könnte die Verbreitung von HIV tendenziell begünstigen. Experten befürchten, dass der Zugang für infizierte Homosexuelle zum Gesundheitsservice durch die Verschärfung des Gesetztes erschwert wird; zusätzlich würden sich die Betroffenen wohl kaum noch freiwillig testen lassen.
Das Anti-AIDS-Programm der US amerikanische Regierung (PEPFAR) trägt währenddessen mit millionenschweren Beiträgen zu Präventionskampagnen zur Eindämmung des Virus bei. Mit der Hilfe des ABC-Ansatzes (Abstinence, be faithful, use Condoms consistently and correctly) wurde dem Virus in den 90er Jahren der Kampf angesagt. Leider fokussierte dieser Ansatz aber auch mehrheitlich auf die Abstinenz der Bevölkerung und propagierte den Gebrauch von Kondomen nur für Risikogruppen. Wieso die Politik davon ausgeht, dass Treue in Uganda einen höheren Wert haben soll, als in unseren geographischen Breiten, kann ich nicht nachvollziehen. Was sich bei uns als wichtigstes Element durchgesetzt hat, nämlich der geschützte Verkehr, findet nach meinem Erachten in den Kampagnen zu wenig Beachtung. Die Rate der Neuinfektionen sei in den meisten Ländern wieder am steigen, meinen Experten.

Momentan sind wir in Kampala, wo wir ein paar Dinge für das Projekt erledigen. Wir haben eine kleine Business-Idee im Sinn, welche P. ’s Familie eine konstante Einnahmequelle ermöglichen soll. Solange die Brüder jedoch noch zur Schule gehen, wird dies eher im kleinen Rahmen laufen. Der Plan ist es aber nicht, das Projekt in der Zukunft von Spenden aus dem Ausland aufrecht zu erhalten. Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir aber leider noch auf Spenden angewiesen, um die nötigen Gebäude bauen zu können, die Lehrer zu bezahlen, Medikamente und Nahrungsmittel kaufen zu können. Wir werden in Kürze in der Schweiz einen Verein gründen, damit wir ein Schweizer Bankkonto eröffnen können. Somit wollen wir sicherstellen, dass der Geldtransfer nach Uganda reibungslos funktioniert. Ausserdem bezwecken wir, dass am Ende von den Spenden möglichst viel für das Projekt übrig bleibt. Aktuell verdienen Finanzdienstleister bei Geldtransfers nach Afrika ziemlich viel, durchschnittlich 12 % pro Überweisung.

Achtung. Wir lassen diesen Bericht bewusst als Augenöffner und Abschreckung stehen. Zum Schutze der Informanten haben wir alle Namen geändert. Wer diesen Bericht gelesen hat, soll zwingend auch den Bericht „Uganda revisited“ lesen.

4 Gedanken zu „Uganda – eine Community hilft sich selbst“

  1. Hallo Ihr Beiden,
    erschütternd und eindrücklich, Eure Berichterstattung. Auch da versucht jeder möglichst viel für sich selbst abzuzweigen, statt gemeinsam am selben Strang zu ziehen. „Entwicklungshilfe“ live. Erneut eindrückliche Fotos der Realität. Ich gratuliere!

    Liebe Grüsse
    roger

  2. Hallo,

    ich war mit Rotel und meiner Gruppe vor etwa 3 Monaten auf der campsite und habe die Waisenkinder besucht. Die Leiterin Maria hat sich sehr über unsere mitgebrachten Kinderkleidung aber auch Schuhe und Klamotten für die Betreuer gefreut.
    Dann haben wir in der Gruppe gesammelt und das Geld Maria direkt in die Hand gedrückt.
    Unsere Reiseleiterin kommt schon fast 10 Jahre her und weiß, dass jeder Cent hier in die Unterkunft gesteckt wird.
    Mit einem guten Gewissen sind wir weitergezogen, auch wenn uns durchaus klar ist, dass wir Afrika dadurch nicht gerettet haben!

    vielen Dank für Euren sehr aufschlussreichen Bericht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.